Abgeschickt von Anatol am 08 Mai, 2010 um 16:08:02:
Antwort auf: Überlebensquote von Felix am 04 Mai, 2010 um 15:57:13:
Du stellst gute Fragen,
: wieviele Eier hat ein Laichballen im Durchschnitt?
Je nach Amphibien-Art bis zu einigen Tausend Eier (10.000)!
: wieviele davon schlüpfen?
Je nach Wasser und Temperatur vermutlich über 90%, nach Beobachtungen
: wieviele davon erreichen das Festland?
Hier wird es kompliziert, mir ist nicht bekannt ob das schon systematisch untersucht wurde. Wenn ja ist es ebenfalls von Jahr zu Jahr - Teich zu Teich - Klimazone zu Klimazone sehr, sehr unterschiedlich.
: und wieviele davon werden geschlechtsreif?
Hier wird es noch schwieriger - es bleiebn nach Schätzungen nur wenige Tiere bis zu eigenen Eiablage am Leben ... 1 von 100? 1 von 1000????
Wenn man das untersuchen wollte müsste man je Region und Klimasituation immer neue Tests machen ... unter "künstlichen" Bedingungen wäre es immer ein fehlerhaftes Ergebnis, weil man echte Naturbedingungen nicht nachstellen kann.
D.h. bei der Erhebung von Daten im Vorfeld einer statistischen Auswertung müsste man viele Fehlerquellen und Variablen einkalkulieren ...
Hast Du eine Idee dazu?
Vermehrungstrategie der Amphibien:
r-Strategie, r-Selektion, Vermehrungsstrategie, Anpassungsstrategie, bei der ein Überschuss an Nachkommen erzeugt wird. Viele dieser Nachkommen fallen dem Umweltwiderstand zum Opfer und nur wenige gelangen sicher zur Fortpflanzung. Bei den r-Strategen handelt es sich meist um kleine, kurzlebige Arten, die unter nur kurzzeitig günstigen Umweltbedingungen leben, deren erneutes Eintreten wenig vorhersagbar ist, wie es beispielsweise für Mikroorganismen, Wasserflöhe, Blattläuse, viele Parasiten, Sperlinge, Mäuse u.a. gilt. Sie erzeugen möglichst viele Nachkommen, damit wenigstens einige davon überleben, während K-Strategen mehr in die Konkurrenzfähigkeit einiger weniger Nachkommen investieren. Die Charakterisierung als r- oder K-Strategie ist nicht absolut, sondern relativ zueinander: Von zwei zu vergleichenden Arten ist immer eine etwa stärker K-, die andere etwas stärker r-selektiert. (aus Online-Biologie-Lexikon)
Das Gegenteil der r-Strategie:
K-Strategie, K-Selektion, Anpassungsstrategie an langfristig konstante Umweltbedingungen, bei der nur wenige Nachkommen produziert werden, in die viel investiert wird und die daher eine hohe Überlebensfähigkeit haben. K-Strategen haben über längere Zeit eine nahezu gleichbleibende Populationsgröße nahe der Kapazitäts-Grenze ihrer Lebensstätte, worauf die Bez. zurückgeht. Relativ zu vergleichbaren Arten, die mehr einer r-Strategie folgen, sind sie größer, haben eine langsamere Entwicklung, längere Generationszeit und intensivere elterliche Fürsorge.